THEOLINGUISTIK

Kirche mal anders: Die gottesdienstliche Kommunikation in der CityChurch

 

Elżbieta KUCHARSKA-DREISS

Akademische Verlagsoffizin Bauer & Raspe

 

Während die beiden Volkskirchen in Deutschland einen Mitgliederschwund verzeichnen und ihre Gottesdienste immer schwächer besucht werden, werden die Veranstaltungen der CityChurch – vor allem von jungen Menschen – sehr gut angenommen. Die Fragen danach, was die CityChurch ist und wodurch sie sich im Detail auszeichnet, können im Referat verständlicherweise nicht in der gesamten Breite diskutiert und beantwortet werden. Fokussiert wird daher vor allem die in vielen Punkten anders gestaltete gottesdienstliche Kommunikationssituation, die für den großen Zuspruch eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Kino als Gottesdienstort, häufig wechselnde Prediger, Videoclips, Theaterszenen, moderne Musik sind nur einige Faktoren, die sich vor dem Hintergrund eines herkömmlichen Gottesdienstes einerseits überraschend, andererseits durchaus erfrischend präsentieren. Der analysierte Gottesdienstablauf wird – wenn die technischen Voraussetzungen vor Ort dies zulassen – mit den Filmaufnahmen von den Veranstaltungen der CityChurch Rothenburg illustriert.

 

Ausdrucksmittel der temporalen Dimensionen in deutschen Bibeln. Eine diachrone Studie

Joanna SMEREKA

Universität Leipzig

 

In meinem Beitrag habe ich mir vorgenommen, die semantisch-syntaktischen Mittel, die zum Ausdrücken von Zeitrelationen dienen, diachronisch in dem Evangelium nach Matthäus zu untersuchen. Eine solche vergleichende Untersuchung wurde bislang in der Forschung noch nicht unternommen. Als Untersuchungsgegenstand habe ich mir sieben Texte vorgenommen, die zu verschiedenen sprachgeschichtlichen Epochen mitgezählt werden, und da in erster Linie sog. Evangelienharmonien ins Deutsche übersetzt und herausgegeben wurden, fiel meine Entscheidung auf das erste Buch des Neuen Testaments. Einer sprachlichen Untersuchung unterzogen wurde das Matthäus-Evangelium aus dem althochdeutschen Tatian, dem mittelhochdeutschen Beheim, der frühneuhochdeutschen Bibel von Mentelin (neu herausgegeben im XIX Jh. von Kurrelmeyer), der Lutherbibel, der Bibelausgabe von Canstein, die auf der lutherischen Grundlage im 18. Jh. herausgegeben wurde, und aus drei heutigen Bibelausgaben: der sog. Lutherbibel 2017, der Gute Nachricht Bibel und der Einheitsübersetzung, die als zeitgenössische Bibel der katholischen Kirche gilt. Dazu kommen noch einzelne althochdeutschen Sätze, die als Sog. Bibel-Fragmente von Kriedke, die als Anhang seiner Dissertation veröffentlicht wurden. Diese sind uns besonders wichtig, weil sie die im Althochdeutschen gebrauchten Strukturen zeigen, sich dabei nicht so stark wie Tatian an der lateinischen Vorlage orientieren.

 

Formen des Religiösen in ausgewählten Werken Gertrud von Le Forts

Ewa PIASTA

Jan-Kochanowski-Universität

 

Der Beitrag widmet sich der Frage nach den Möglichkeiten des literarischen Sprechens vom Religiösen. Bei Gertrud von le Fort lässt sich eine enge Verbindung zwischen Dichtung und religiösen Themen und Motiven feststellen. Als Konvertitin verknüpft sie in ihrem Werk protestantische und katholische Elemente, auf deren Formen und Funktion im vorliegenden Beitrag ein besonderes Augenmerk gerichtet wird. Den Gegenstand meiner Untersuchung bildet jedoch nicht der Zusammenhang der Biographie le Forts mit ihrem Schaffen, sondern das Verhältnis zwischen Religion und Literatur, die Bedeutung religiöser Motive und Themen, Gedanken- und Sprachfiguren.

 

Werbung der evangelischen Kirche zum Reformationsjubiläum – Analyse einiger ausgewählter Beispiele

Monika TRNKÓCYOVÁ

UCM Trnava

 

1)                 500 Jahre Reformation. Gute Zeitreise!

                 (Luther und die Deutschen 2017 auf der Wartburg)

Autobahnschilder mit Luther-Motiven weisen auf den Reformationstag und das Reformationsjubiläum hin.  Die Thüringer Tourismus GmbH will für eine Reise auf Luthers Spuren in Thüringen werben. Auf der unter der Werbung genannten Internetseite www.thueringen-tourismus.de findet man die Einladung zur Veranstaltung zur Feier des 500-jährigen Jubiläums der Reformation „Wo Worte Weltgeschichte wurden.“

(http://www.antennethueringen.de/blog/thueringen/500-jahre-reformation-27229, 20.01.2017)

Die hier betrachtete Werbung zeigt sich auf den ersten Blick nicht direkt als Werbung, eher als eine Informationstafel. Zielgruppe oder Ansprechpersonen sind die Vorbeifahrenden, die in ihren Autos sitzen und möglicherweise in ihrem stressigen Leben nach einer guten Erholung streben. Deshalb zeigt dieses Plakat einen ruhigen Platz, der eine Sehnsucht nach Erholung und Erlebnis hervorrufen kann. Der Text und das Bild ergänzen sich gegenseitig. Der Text informiert uns über das Jubiläum und das Bild lädt uns zu dem Ort ein, an dem die Reformation ihre Wurzeln hat – auf die Wartburg. Auf den ersten Blick fällt die Burg im Hintergrund auf. Sie liegt im goldenen Schnitt und ist in warmen Gelbtönen gehalten. Der Blick wird bewusst in Leserichtung von links nach rechts geführt. Die Schrift mit leicht abfallender Richtung drückt Bewegung mit Orientierung auf die Wartburg aus. Der Schriftzug fällt direkt ins Auge. Die Schrift ist groß genug, angenehm anzuschauen, die weiße Farbe steht in Kontrast zu dem  blauen Hintergrund und erinnert an die Wolken. Sie ist zwar nicht deutlich lesbar, was seinen Sinn hat. Die Schrift ist gerade deshalb zurückhaltend gestaltet, um das Bild nicht zu dominieren. Die Sprache und das Bild sind auf der Werbung angemessen verteilt. Sie sind gut sichtbar voneinander getrennt, man kann klar die Burg sehen und zugleich die Schrift gut lesen. Dennoch stehen beide Elemente auch in einer deutlichen Beziehung zueinander. Dadurch, dass die Schrift auf den Hintergrund des Himmels geschrieben ist, wird auf eine Konnektivität mit Gottes Wort hingewiesen und man wird dazu angeregt, tiefer über das Thema Reformation nachzudenken. Der Himmel hinter der Schrift stört beim Lesen des Textes überhaupt nicht, im Gegenteil, er betont die Bedeutung des Textes.

2)                 Himmel und Erde

Die Evangelisch-lutherische Kirche in Bayern will zum Reformationsjubiläum 2017 den christlichen Glauben verstärkt ins öffentliche Gespräch bringen.

Es handelt sich um eine Werbung des Evangelischen Dekanats im Hof anlässlich des Reformationsjubiläums. Es geht um eine Einladung zu verschiedenen Seminaren, wo man Gespräche über den christlichen Glauben führt. Dem Rezipienten kommt die Werbung ins Auge zusammen mit dem darunter liegenden Text, wo man näher erfährt, wozu es geht (https://www.bayern-evangelisch.de/wir-ueber-uns/glaubensgesprache-4862.php, 15.12.2016). Auf den ersten Blick liegt in der Werbung keine klare Persuasion vor. Man weiß erst einmal gar nicht, wofür geworben wird. Erst durch das Lesen der dazu stehenden Informationen wird dies klar. Zwischen dem visuellen Teiltext und dem sprachlichen Teiltext sieht man eine klare Text-Bild-Verknüpfung. Der kurze Text ist mit dem Bild des Himmels sehr fließend verknüpft. Der Text ist kurz und klar und beinhaltet nur zwei Substantive „Himmel“ und „Erde“, die mit der Konjunktion „und“ verbunden sind.  Das Wort „Himmel“ ist oben links geschrieben, also auf der Ebene vom Himmel und das Wort „Erde“ ist unten rechts geschrieben, wobei die untere Ebene die Erde symbolisiert. Der kurze Text ist also sinnlich prägnant aufgeteilt. Die leuchtend orange Schrift auf dem blauen Wolkenhimmel drückt deutlich die Botschaft der Werbung aus. Diese Signalfarbe ist nur bei Himmel bzw. Erde vorhanden, d. h. die beiden stehen im Vordergrund, das farblich zurückhaltend neutral gehaltene „und“ steht im Hintergrund. Die Schrift kann sich klar vom Hintergrund abheben. Außerdem ist das „und“ quer geschrieben und zwar mit Absicht. Die vertikale Stellung des Wortes „und“, weist auf die Richtung von der Erde zum Himmel hin und zwar auch durch die Leserichtung. Auf den ersten Blick wirkt das Bild warm und freundlich, der Himmel ist der eines warmen Sommertages, die Sonne blendet nicht und fügt sich gut mit den zerfließenden Wolken. Die Farben sind warm gewählt. Auffällig ist, dass in der unteren rechten Ecke des Bildes, beim Schriftzug „Erde“ die meisten Wolken sind, während beim oberen Schriftzug um der Sonne quasi gar keine Wolken vorhanden sind. Dies könnte eine Hoffnung auf ein Leben ohne Sorgen und Schmerzen bedeuten. Dafür spricht auch die Perspektive, aus der das Bild aufgenommen ist. Nämlich von der Erde zum Himmel schauend. Bei genauerer Betrachtung erkennt man um die Sonne auch die Regenbogenfarben. Der Regenbogen ist ein Naturereignis, das aus biblischer Sicht eine äußerst wichtige Botschaft beinhaltet. Die Deutung des Regenbogens steht in der Bibel 1. Mo 9,16.

3)                 Werden wir stärker, wenn wir Schwachen helfen?

Reformation 2017 – Großes Fest der Welthinterfragung.

Diese Werbung ist dem Reformationsjubiläum gewidmet und stammt vom Kampagnenbüro ‘Reformationssommer 2017 org’. Auf der Internetseite mit dieser Werbung erfährt man, dass die Reformation heißt, sich einander Fragen stellen, über den Sinn des Glaubens im Leben nachzudenken, über den Sinn den Schwachen zu helfen und andere.

(https://jochenteuffel.wordpress.com/2016/06/18/reformation-2017-fest-der-welthinterfragung/ , 22.01.2017 )

Der Text auf der Werbung ist inspirierend, durch ihren scheinbar paradoxen Inhalt soll die sprachliche Botschaft der Werbung zum Nachdenken anregen.

Trotzdem ist es nicht der Text, der zuerst ins Auge fällt, sondern das Bild, das motivierend wirkt. Jeder von uns möchte eine gute Figur haben, deshalb fesselt das Bild den Rezipienten. Die orangene Farbe im Hintergrund und in der Schrift wirkt etwas kraftlos. Die Schwäche der Farbe korrespondiert mit der sprachlichen Aussage, es geht gerade um den Schwachen. Die Motivation könnte darin zu sehen sein, dass die Farbe die Zerbrechlichkeit unterstreichen soll.

Kaum bemerkbar ist ein kleiner Igel unter der Hantel, der versucht, die große Hantel hochzuheben. Er braucht offensichtlich Hilfe, ohne die er sie nicht hochheben kann. Der kleine Igel kann einen schwachen und wehrlosen Menschen symbolisieren. Zur Hilfe kommt ein stärkerer Mensch. Er hebt die Hantel hoch und dabei hilft dem  Igel. Der Mann und der Igel stellen einen klaren Kontrast dar, was den Effekt der Botschaft noch verstärkt. Der Igel stellt ein Tier dar, das nicht schnell laufen kann, auch nicht fliegen kann, also es kann nicht schnell vor Gefahr fliehen. Er kann sich nur dank seiner Stacheln wehren. Für diesen größeren und stärkeren Menschen, der nicht sonderlich sportlich aussieht, scheint das Gewicht kein Problem zu sein.  Das ist natürlich bewusst gestaltet. Es ist ein Durchschnittsmensch wie jeder von uns. Die Werbung versucht uns zu sagen, dass wir nicht nur unser eigenes Gewicht heben sollten, sondern auch das anderer, welche dabei Hilfe benötigen. So sind wir ermahnt, den Schwachen zu helfen. Diese Pflicht ist nötig, weil wir nicht wissen, wann wir selbst Hilfe brauchen werden. Die Frage, ob wir stärker sind, wenn wir Schwachen helfen, ist ein Paradoxon. Es ist eine biblische Wahrheit, nach dem Helfen den Schwachen werden wir zufriedener und glücklicher, und zuletzt stärker. Der Mensch, der auf dem Bild dargestellt wird, ist nicht nur ein Durchschnittsmensch, sondern eigentlich nach der Darstellung auch nicht besonders stark, vielleicht sogar eher schwach. Aber dadurch, dass er dem Schwachen, d.h. dem Igel, hilft, gelangt er nun plötzlich in die Rolle des Starken. Im Resultat wird er damit wirklich dadurch stärker, dass er dem Schwachen hilft. Bei genauerem Betrachten der Werbung beginnt man den orangenen Text zu lesen, der großgeschrieben ist. Zunächst fällt dem Betrachter das Wort „stärker“ ins Auge, aufgrund dessen, dass es fett geschrieben wird. Der Wunsch „stärker“ zu sein, ist der von fast jeden Menschen, genau auf diesen Aspekt unseres Lebens zielt die Werbung ab. Die Werbung geht davon aus, dass jeder Mensch eine Sehnsucht hat, immer stärker zu werden. Die Typografie korrespondiert mit dem sprachlichen Inhalt. Deshalb ist „stärker“ eben stärker (= fett) gedruckt.

 

 

Political language use in the Catholic Church

Tamara HARDI-MAGYAR

University István Széchenyi

 

In my topic I would like to present a segment of the political and diplomatic language use, the language use of Catholic Church leaders. The language use of the Catholic leaders: bishops, cardinals or the Pope form a very particular part of the theological and political register.  Usually the political language use with his terminology, grammatical structure, pragmatic and stylistic character same a verbal political discussion and fights. The most important objets (goals) of the political and the diplomatic speeches are the manipulation and the conviction, the persuasion of the interlocutor. Unlike this, different speeches of the leaders of the Church, for example of the Catholic Church do not want to win defeat the interlocutor, it is not a possibility for the manipulation. The participants of the political discussions of the Catholic leaders speak about the religious themes and about the more important parts and problems of the contemporary society and the humanity: local wars, illness, natural disasters. In this topic I want to present the messages of Francis Pope in details: a speech about the victims of the recent earthquake in Italy:

„INCONTRO CON LE POPOLAZIONI COLPITE DAL TERREMOTO 2th April, 2017”

„Meeting the people, punished by the earthquake”

The political language use in the religious life is on a higher level than the language use of lay politicians. The interlocutors and the addressee of the papal messages are not only the direct public, but the Catholic and the not Catholic believers, the largest humanity.

 

Gottesnamen

Bernd BAUSKE

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

 

Gottesnamen haben in den verschiedenen “westlichen Hochreligionen” nicht dieselben Funktionen. Ich möchte Gottesnamen im Christentum und Islam betrachten.

 

Evangelische und katholische Kirche in sozialen Netzwerken

Anna Marie HALASOVÁ

Masaryk Universität Brno

 

In meinem Beitrag werde ich einige Beiträge untersuchen, die evangelische und katholische Kirche im sozialen Netzwerk Facebook erscheinen lassen. Es handelt sich um das Netzwerk „Evangelisch.de“ und „CNA“.  Es werden die Struktur der Netzwerke dargestellt, sowie einige Beiträge sowohl vom inhaltlichen wie auch vom formalen Gesichtspunkt analysiert und verglichen.